grüne Wiese

Ein Imker aus Bad Camberg berichtet:

Die Lage der Insekten hier vor Ort, eine Beschreibung des Vorsitzenden unseres Imkervereins Emstal im Taunus, Rolf Siepermann:

"Das Thema Blumen, Blühflächen, Gehölze  etc. ist bei uns natürlich im Imkerverein Emstal im Taunus permanent präsent, weil unsere Landschaft durch die intensive Landwirtschaft und auch durch Beseitigung von Obst- und anderen Bäumen  für Vögel und Insekten aller Art sehr „arm“ geworden ist.

Wildbiene auf Distel

Lage der bestäubenden Insekten

Die Lage der bestäubenden Insekten in Deutschland wird immer dramatischer und die Ursachen sind vielfältig.

Prof. Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Halle beschreibt bei der Vorstellung des ersten Berichts des Weltbiodiversitätsrates (IPBES) in Kuala Lumpur sämtliche Konfliktthemen für bestäubende Insekten: "Landnutzungsänderungen, intensive Landwirtschaft, Pestizideinsatz, gentechnisch veränderte Organismen, invasive Arten, Krankheiten wie Virenbefall sowie der Klimawandel. 

Insektensterben

In den letzten 15 Jahren wurde ein massiver Rückgang an bestäubenden Insekten in Deutschland festgestellt. Einer aktuellen Studie zufolge gehen die Bestände an Wildbienen rasant zurück. „In manchen Gegenden um bis zu 75 % in einem Zeitraum von zehn Jahren“, erklärt der Tierökologe Prof. Dr. Johannes Steidle von der Universität Hohenheim, „Das ist Alarmstufe Rot.“

In Naturschutzgebieten in Nordrhein-Westfalen, die seit den 80iger Jahren überwacht werden, wurde bei allen Fluginsekten sogar ein Rückgang um fast 80 % verzeichnet.

Tatorte des Insektensterbens

Die Journalistin Anke Sparmann hat das Insektensterben in Deutschland recherchiert und einen erschütternden Artikel in der Zeitschrift Geo/März 2017 ab Seite 54 veröffentlicht. Hier eine kurze Zusammenfassung der einzelnen Tatorte des Insektensterbens in Deutschland:

 

Krefeld

Die Mitglieder des Vereins Krefelder Entomologen erfassen seit 100 Jahren die heimische Insektenwelt. Etwa 50 Standorte haben die Insektenkundler beprobt, von der Feuchtwiese über Kiesgruben und Waldränder. Hierzu werden Insektenfallen aufgestellt, die Proben werden gewogen, analysiert, die Arten bestimmt und sorgfältig präpariert und gelagert, seit Jahrzehnten. Waren 1989 noch 1,4 Kilogramm Insektenmasse in den einzelnen Fallen zu finden, so sind es mittlerweile nur noch 294,4 Gramm. Ein Rückgang von fast 80% in allen Fallen auf allen Beobachtungsgebieten.