{"id":359,"date":"2022-11-24T16:25:26","date_gmt":"2022-11-24T16:25:26","guid":{"rendered":"https:\/\/bluehendes-bad-camberg.de\/?p=359"},"modified":"2022-11-24T16:25:27","modified_gmt":"2022-11-24T16:25:27","slug":"die-varroamilbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bluehendes-bad-camberg.de\/?p=359","title":{"rendered":"Die Varroamilbe"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Varroamilbe ist ein 1 bis 1,6 mm gro\u00dfer Parasit der Honigbienen. Die Varroaweibchen klettern in die Brutzellen der Honigbienenlarven kurz bevor diese verschlossen werden und legen ihre Eier ab. Die wehrlosen Larven werden angebissen, das Blut wird abgesaugt und die Bienen kommen geschw\u00e4cht auf die Welt. Die Milben \u00fcbertragen auch Krankheiten und Viren, so dass es vermehrt zum Schl\u00fcpfen von verst\u00fcmmelten Jungbienen kommt. Bienen mit verk\u00fcmmerten Fl\u00fcgeln sind ein deutliches Zeichen f\u00fcr Varroabefall.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein solcher Varroamilbenbefalll, der eigentlich mittlerweile f\u00fcr nahezu alle Honigbienenv\u00f6lker weltweit allt\u00e4glich ist, kann t\u00f6dlich f\u00fcr das Honigbienenvolk sein, sofern der Imker diesen ignoriert bzw. nichts dagegen unternimmt. Derzeit gibt es unterschiedliche Methoden zur Bek\u00e4mpfung durch den Einsatz von Ameisens\u00e4ure, Oxals\u00e4ure und Milchs\u00e4ure.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider werden die Bienenv\u00f6lker bei der Behandlung mit den verschiedenen S\u00e4ueren im besten Fall nur bel\u00e4stigt, schlimmstenfalls auch gesch\u00e4digt. Aber eine Nichtbehandlung oder eine zu geringe Behandlung f\u00fchrt unweigerlich zum Tod des Volkes. Da z. B. die sehr weit verbreitete und normalerweise auch gut funktionierende Ameisens\u00e4urebehandlung sehr wetterabh\u00e4nig ist, kann es in manchen Jahren vorkommen, dass die Bienenv\u00f6lker massenweise den Winter nicht \u00fcberstehen, weil der Varroadruck in den V\u00f6lkern trotz Behandlung noch viel zu hoch war. 40 bis 50 % V\u00f6lkerverluste sind dann in manchen Regionen in Deutschland zu verzeichnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich d\u00fcrfen Honigbienenv\u00f6lker nur nach der Honigernte bis einschlie\u00dflich Ende Dezember gegen Varroa behandelt werden, um R\u00fcckst\u00e4nde im Honig komplett ausschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Eine behandelte Biene kommt de facto nie mit dem Honig in Ber\u00fchrung. Die Sommerbienen und die Winterbienen, die behandelt werden, sterben nat\u00fcrlicherweise nach rund 40 Tagen (Sommerbienen) bzw. 4 bis 6 Monaten (Winterbienen). Wenn ab Mitte \/ Ende April mit der Kirschbl\u00fcte die Honigr\u00e4ume aufgesetzt werden, ist bereits die letzte Winterbiene an Altersschw\u00e4che gestorben. Aber durch die S\u00e4uerebehandlungen im August, September und Dezember wurde die Anzahl der Varroamilben im Idealfall auf ein Minimum reduziert, so dass das Volk nahezu milbenfrei ins neue Jahr starten kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis Anfang August w\u00e4chst die Zahl der Varroamilben stetig potenziell an und nach der Abnahme der Honigr\u00e4ume Ende Juli z\u00e4hlt&nbsp; jeder Tag, um die V\u00f6lker zu retten. Manchmal ist aber bereits dann jede Hilfe zu sp\u00e4t, das Volk ist schon zu sehr geschw\u00e4cht, dass selbst eine erfolgreiche Behandlung nicht mehr ausreicht, um gen\u00fcgend gesunde Winterbienen aufzuziehen. Das Volk wird den Winter nicht erleben. Erfahrungsgem\u00e4\u00df tritt diese Situation dann ein, wenn im Vorjahr die Ameisen- und Oxals\u00e4urebehandlung nicht gut funktioniert haben und das Volk bereits mit zu viel Varroa aus dem Winter kam. Aber auch ein unzureichender Behandlungserfolg wegen schlechten Wetters im August und September f\u00fcht dazu, dass ein bis dahin gutes, einigerma\u00dfen gesundes Volk den Winter nicht \u00fcberlebt, weil der Varraodruck immer weiter steigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Imker w\u00fcnschen sich deshalb nichts mehr als die Entwicklung neuer, wetterunabh\u00e4ngiger Methoden zur Varroabehandlung. Bis jetzt ist es wegen der Wetterabh\u00e4nigkeit fast ein Lotteriespiel. Sometimes we win, sometimes we lose. In vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern wie Frankreich, \u00d6sterreich, Italien, Schweiz und viele anderen, ist eine Verdampfung von Oxals\u00e4uere zugelassen und der Erfolg dieser wetterunabh\u00e4nigen Ma\u00dfnahme ist nachgewiesen. Aber leider warten wir Imker in Deutschland seit Jahren auf eine Zulassung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Varroamilbe ist ein 1 bis 1,6 mm gro\u00dfer Parasit der Honigbienen. 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